Das falsche Wort im Muschelkino: Filmkunst gegen das Vergessen

Event: FILMZ – Muschelkino: DAS FALSCHE WORT in JGU - Muschel, Mainz on 8. Dezember 2026

Datum und Uhrzeit

8. Dezember 2026 20:30 Uhr

Veranstaltungsort

Muschel
Muschel, Johann-Joachim-Becher-Weg 21, 55128 Mainz-Hartenberg-Münchfeld, Deutschland

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Ein Filmabend, der Erinnerung in Verantwortung verwandelt

Am 8. Dezember 2026 zeigt das FILMZ – Festival des deutschen Kinos im Muschelkino der Johannes Gutenberg-Universität Mainz den eindringlichen Dokumentarfilm Das falsche Wort. Katrin Seybold und Melanie Spitta erzählen von der Verfolgung der deutschen Sinti während der NS-Zeit und von der verweigerten Aufarbeitung in der Bundesrepublik.

Archivbilder gegen das Vergessen

Die Inszenierung des dokumentarischen Materials setzt auf Zeugenaussagen, historische Dokumente, Polizeiakten und Fotografien der sogenannten Rassenforscher. Daraus entsteht kein distanziertes Geschichtspanorama, sondern eine filmische Beweisführung, die den Blick auf die Opfer richtet und die Mechanismen staatlicher Ausgrenzung sichtbar macht.

Eine Perspektive aus der Mitte der betroffenen Gemeinschaft

Melanie Spitta, selbst Tochter von Überlebenden der Sinti-Verfolgung, verbindet persönliche Erinnerung mit politischer Recherche. Der Film untersucht nicht nur den Genozid an den Sinti im Nationalsozialismus, sondern auch den Umgang mit Überlebenden und Nachfahren in der Nachkriegszeit. Besonders eindringlich wirkt die Frage, wie Gerichte und Behörden mit den Ansprüchen der Verfolgten umgingen.

Dokumentarfilm als Anklage und Erinnerungsarbeit

Das falsche Wort gilt als wegweisendes Werk der filmischen Auseinandersetzung mit dem NS-Völkermord an den Sinti. Die dramaturgische Spannung entsteht aus dem Aufeinandertreffen von Archivmaterial, Zeugenschaft und institutionellem Schweigen. Die historische Recherche erhält dadurch eine unmittelbare, beinahe körperliche Präsenz.

Ein konzentriertes Bühnenerlebnis im Hörsaal

Das Muschelkino schafft mit seiner besonderen Theateratmosphäre einen konzentrierten Raum für diesen Filmabend. Auf der großen Leinwand treffen sachliche Präzision und emotionale Wucht aufeinander. Die Publikumsreaktion dürfte zwischen Nachdenklichkeit, Erschütterung und dem Bedürfnis nach Gespräch liegen. Im Anschluss ist ein Besuch von Carmen Melanie Spitta angekündigt, der Tochter der Regisseurin und Zeitzeugin innerhalb der Erinnerungsgeschichte des Films.

Fazit

Dieser FILMZ-Abend verbindet politische Bildung, historische Recherche und engagierte Filmkunst. Wer die Geschichte der Sinti-Verfolgung aus der Perspektive der Betroffenen kennenlernen und über Erinnerungskultur in Deutschland nachdenken möchte, erlebt im Muschelkino einen außergewöhnlichen Dokumentarfilm mit nachhaltiger Wirkung.

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Quellen:

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