Das falsche Wort im Muschelkino: Filmkunst gegen das Vergessen


Datum und Uhrzeit
Veranstaltungsort
Tickets
Über diese Veranstaltung
Stimmung
Veranstaltungsorttyp
Ein Filmabend, der Erinnerung in Verantwortung verwandelt
Am 8. Dezember 2026 zeigt das FILMZ – Festival des deutschen Kinos im Muschelkino der Johannes Gutenberg-Universität Mainz den eindringlichen Dokumentarfilm Das falsche Wort. Katrin Seybold und Melanie Spitta erzählen von der Verfolgung der deutschen Sinti während der NS-Zeit und von der verweigerten Aufarbeitung in der Bundesrepublik.
Archivbilder gegen das Vergessen
Die Inszenierung des dokumentarischen Materials setzt auf Zeugenaussagen, historische Dokumente, Polizeiakten und Fotografien der sogenannten Rassenforscher. Daraus entsteht kein distanziertes Geschichtspanorama, sondern eine filmische Beweisführung, die den Blick auf die Opfer richtet und die Mechanismen staatlicher Ausgrenzung sichtbar macht.
Eine Perspektive aus der Mitte der betroffenen Gemeinschaft
Melanie Spitta, selbst Tochter von Überlebenden der Sinti-Verfolgung, verbindet persönliche Erinnerung mit politischer Recherche. Der Film untersucht nicht nur den Genozid an den Sinti im Nationalsozialismus, sondern auch den Umgang mit Überlebenden und Nachfahren in der Nachkriegszeit. Besonders eindringlich wirkt die Frage, wie Gerichte und Behörden mit den Ansprüchen der Verfolgten umgingen.
Dokumentarfilm als Anklage und Erinnerungsarbeit
Das falsche Wort gilt als wegweisendes Werk der filmischen Auseinandersetzung mit dem NS-Völkermord an den Sinti. Die dramaturgische Spannung entsteht aus dem Aufeinandertreffen von Archivmaterial, Zeugenschaft und institutionellem Schweigen. Die historische Recherche erhält dadurch eine unmittelbare, beinahe körperliche Präsenz.
Ein konzentriertes Bühnenerlebnis im Hörsaal
Das Muschelkino schafft mit seiner besonderen Theateratmosphäre einen konzentrierten Raum für diesen Filmabend. Auf der großen Leinwand treffen sachliche Präzision und emotionale Wucht aufeinander. Die Publikumsreaktion dürfte zwischen Nachdenklichkeit, Erschütterung und dem Bedürfnis nach Gespräch liegen. Im Anschluss ist ein Besuch von Carmen Melanie Spitta angekündigt, der Tochter der Regisseurin und Zeitzeugin innerhalb der Erinnerungsgeschichte des Films.
Fazit
Dieser FILMZ-Abend verbindet politische Bildung, historische Recherche und engagierte Filmkunst. Wer die Geschichte der Sinti-Verfolgung aus der Perspektive der Betroffenen kennenlernen und über Erinnerungskultur in Deutschland nachdenken möchte, erlebt im Muschelkino einen außergewöhnlichen Dokumentarfilm mit nachhaltiger Wirkung.
Offizielle Kanäle von FILMZ – Festival des deutschen Kinos:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: kein offizielles Profil gefunden










