Nils Friedrich in Mainz: Jüdische 05er zwischen Erinnerung und Vereinsgeschichte


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Jüdische 05er: Eine vergessene Vereinsgeschichte wird hörbar
Wenn ein Fußballverein seine Geschichte erzählt, treten nicht nur Spielzeiten, Tabellen und sportliche Erfolge hervor. In der Lesung und dem Gespräch „Es war einmal“: Jüdische 05er im Landesmuseum Mainz richtet sich der Blick auf jüdische Menschen, die sich zwischen 1905 und 1933 für den 1. FSV Mainz 05 engagierten. Der Autor Nils Friedrich macht diese bislang wenig bekannte Verbindung sichtbar und öffnet damit einen Raum für Erinnerung, historische Verantwortung und kulturellen Dialog.
Literatur als Spurensuche
Im Zentrum der Veranstaltung steht Friedrichs Fanzine „Es war einmal“. Die Publikation verbindet Recherche, Vereinsgeschichte und biografische Annäherung. Sie fragt danach, wer die jüdischen 05er waren, welche Rolle sie im Vereinsleben spielten und weshalb die Auseinandersetzung mit diesem Teil der Geschichte so spät einsetzte.
Die narrative Kraft des Abends entsteht aus der Verbindung von dokumentarischer Genauigkeit und persönlicher Autor-Begegnung. Historische Namen und Lebenswege erscheinen nicht als abstrakte Daten, sondern als konkrete Spuren einer Stadtgesellschaft, deren Vielfalt auch im Sport sichtbar wurde.
Zwischen Vereinsleben und Erinnerungskultur
Die Lesung berührt einen zentralen kulturellen Diskurs: Wie erinnern Institutionen an diejenigen, die aus ihrer Geschichte verdrängt, übergangen oder lange nicht ausreichend gewürdigt wurden? Der 1. FSV Mainz 05 bildet dabei den historischen Ausgangspunkt für eine weiterreichende Betrachtung von Zugehörigkeit, Ausgrenzung und Verantwortung.
Im Gespräch mit Michael Bonewitz spricht Nils Friedrich über seine Recherchen und die Entstehung des Fanzines. Das Format verbindet Lesung, historisches Gespräch und publizistische Spurensuche. Gerade diese Mischung verleiht dem Abend seine besondere literarische Qualität: Sprache wird zum Werkzeug, mit dem verschüttete Geschichte wieder in den öffentlichen Raum gelangt.
Ein Abend im Zeichen der SchUM-Kulturtage
Die Veranstaltung findet im Rahmen der SchUM-Kulturtage statt und fügt sich damit in ein Programm ein, das jüdisches Leben, Geschichte und kulturelle Gegenwart in Mainz und der Region sichtbar macht. Das Landesmuseum Mainz bietet dafür einen erinnerungskulturell passenden Ort: Zwischen Exponaten, historischen Zeugnissen und konzentrierter Lesungs-Atmosphäre entsteht ein literarisches Erlebnis mit besonderer Tiefenschärfe.
Fazit: Geschichte live begegnen
Besucherinnen und Besucher erwartet eine eindringliche Lesung über jüdische Menschen im Umfeld des 1. FSV Mainz 05, ergänzt durch ein Gespräch über Recherche, Erinnerung und den späten Blick auf Vereinsgeschichte. Wer Literatur als Zugang zu historischen Lebenswelten versteht, erlebt hier eine Autor-Begegnung, die über den Abend hinauswirkt. Der Eintritt ist frei.
Offizielle Kanäle von Nils Friedrich:
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