Finissage Anwesend – Abwesend im Alten Dom: Kunst und Erinnerung erleben

Event: "Anwesend - Abwesend" Finissage von Madeleine Dietz in Alter Dom St. Johannis, Kaiserstraße 37, 55116 Mainz on 18. November 2026

Datum und Uhrzeit

18. November 2026 19:00 Uhr

Veranstaltungsort

Freundeskreis Alter Dom St. Johannis e.V.
Kaiserstraße 37, 55116 Mainz, Deutschland

Über diese Veranstaltung

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Wenn Erinnerung im Kirchenraum anwesend wird

Die Finissage der Ausstellung Anwesend – Abwesend von Madeleine Dietz verbindet zeitgenössische Kunst mit einem liturgischen Moment. Im Alten Dom St. Johannis in Mainz treffen Skulptur, Installation, Erde, Stahl, Licht und Sprache auf die geschichtsträchtige Atmosphäre eines sakralen Ortes. Die Veranstaltung am Buß- und Bettag lädt dazu ein, über Vergänglichkeit, Erinnerung, Abschied und die bewusste Gestaltung des eigenen Lebens nachzudenken.

Erde, Stahl und Licht als elementare Bildsprache

Madeleine Dietz zählt zu den prägenden deutschen Bildhauerinnen und Installationskünstlerinnen ihrer Generation. Ihr Werk kreist seit Jahrzehnten um die Dialektik von Werden und Vergehen. Elementare Materialien wie Erde, Stahl, Licht und Schrift erhalten in ihren Arbeiten eine körperliche und zugleich symbolische Präsenz. Die getrocknete Erde verweist auf Herkunft, Verletzlichkeit und Rückkehr, während der Stahl Stabilität, Ordnung und menschliche Konstruktion verkörpert.

In ihrer Kunst begegnen sich Minimalismus, sakraler Raum und existenzielle Fragestellungen. Dietz entwickelt keine dekorativen Objekte, sondern konzentrierte Situationen der Werkbetrachtung. Formen, Materialoberflächen und Lichtwirkungen eröffnen eine ästhetische Erfahrung, die sich erst im langsamen Sehen vollständig entfaltet.

Eine Ausstellung über Erinnerung und Vergänglichkeit

Die Ausstellung im Alten Dom St. Johannis setzt sich mit den großen Themen des menschlichen Daseins auseinander: Leben und Tod, Abschied und Hoffnung, Gegenwart und Abwesenheit. Für den historischen Kirchenraum entstanden unter anderem Grababdeckungen aus königsblauem Stoff, die mit Fragen und kurzen Sätzen bedruckt sind. Formulierungen wie Gibt es ein Wiedersehen öffnen einen gedanklichen Raum, ohne fertige Antworten vorzugeben.

Die besondere Ausstellungsatmosphäre entsteht aus dem Dialog zwischen den Arbeiten und dem Alten Dom, dessen Geschichte bis in die frühe Mainzer Stadtgeschichte zurückreicht. Archäologische Spuren, sakrale Architektur und zeitgenössische Installation verschränken sich zu einem Ort der stillen Konzentration. Die Kunst wird dabei nicht nur betrachtet, sondern räumlich und körperlich erfahren.

Finissage mit Gottesdienst und Evangelischer Jugend

Die Finissage verbindet die kunsthistorische Auseinandersetzung mit einem Gottesdienst zum Buß- und Bettag. Gestaltet wird die Veranstaltung mit der Evangelischen Jugend und Dekan Andreas Klodt. Dadurch erhält die Ausstellung einen gemeinschaftlichen Abschluss, der ihre zentralen Themen in eine religiöse und gesellschaftliche Perspektive überführt.

Der Buß- und Bettag steht für Besinnung, Umkehr und die Prüfung eigener Lebenshaltungen. Im Zusammenspiel mit Dietz’ Kunst entsteht ein Abend, an dem ästhetische Erfahrung, kulturelle Bildung und spirituelle Reflexion ineinandergreifen. Der Kirchenraum wird zum Resonanzkörper für Fragen, die über die Ausstellung hinausweisen.

Madeleine Dietz im kunsthistorischen Kontext

Madeleine Dietz studierte an der Werkkunstschule Mannheim und arbeitet seit den 1970er-Jahren in den Bereichen Skulptur, Installation, Malerei, Fotografie und Performance. Bekannt wurde sie insbesondere durch ihre Arbeiten aus Erde und Stahl sowie durch ortsspezifische Interventionen in Museen, Kirchen, Gedenkstätten und öffentlichen Räumen. Ihre Kunst verbindet konkrete Materialität mit Themen der Erinnerungskultur und der menschlichen Existenz.

Zu ihren wichtigen Präsentationen zählen Ausstellungen in Museen und Kunstvereinen in Deutschland und im Ausland. 2003 erhielt sie den Ernst Barlach Preis. 2024 wurde ihr der Lebenswerkpreis für Bildende Kunst des Bezirksverbands Pfalz zugesprochen. Die Ausstellung in Mainz knüpft an ihre langjährige Beschäftigung mit sakralen Räumen, Trauer, Erinnerung und Hoffnung an.

Fazit: Ein Abend zwischen Kunst, Glaube und Erinnerung

Die Finissage von Anwesend – Abwesend verspricht ein eindringliches Kunsterlebnis in einem außergewöhnlichen historischen Raum. Besucherinnen und Besucher erwartet die Verbindung von zeitgenössischer Installation, sakraler Architektur, Gottesdienst und gemeinschaftlicher Reflexion. Wer die Ausstellung bislang noch nicht erlebt hat, erhält eine letzte Gelegenheit zur Werkbetrachtung und zur persönlichen Auseinandersetzung mit den Fragen nach Anwesenheit, Abwesenheit und dem Wert des Lebens.

Ein Besuch im Alten Dom St. Johannis bereichert die kulturelle Wahrnehmung und eröffnet eine stille, intensive ästhetische Erfahrung. Die Finissage lädt dazu ein, Kunst nicht nur anzusehen, sondern sie als Anlass für Erinnerung, Gespräch und neue Aufmerksamkeit gegenüber dem eigenen Leben zu begreifen.

Offizielle Kanäle von Madeleine Dietz:

  • Instagram: kein offizielles Profil gefunden
  • Facebook: kein offizielles Profil gefunden
  • YouTube: kein offizielles Profil gefunden
  • Website: https://www.madeleinedietz.de/

Quellen:

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