Die Dreigroschenoper im Staatstheater Mainz: Musiktheater mit Biss

Event: Die Dreigroschenoper in Staatstheater Mainz - Großes Haus, Gutenbergplatz 7, 55116 Mainz on 5. Dezember 2026

Datum und Uhrzeit

5. Dezember 2026 19:30 Uhr

Künstler

Veranstaltungsort

Staatstheater Mainz
Gutenbergpl. 7, 55116 Mainz, Deutschland

Über diese Veranstaltung

Theater

Stimmung

Energiegeladen

Veranstaltungsorttyp

Drinnen

Die Dreigroschenoper: Eine schillernde Abrechnung mit der feinen Gesellschaft

Am 5. Dezember 2026 kehrt Bertolt Brechts und Kurt Weills legendäre Die Dreigroschenoper auf die Bühne des Staatstheaters Mainz zurück. Im Großen Haus entfaltet sich eine ebenso musikalische wie bissige Parabel über Macht, Geld, Moral und die Kunst, sich in einer korrupten Welt zu behaupten.

Zwischen Bettlergeschäft und Unterwelt

Jonathan Peachum führt ein perfekt organisiertes Geschäft mit dem Elend. Wer in London als Bettler Erfolg haben will, braucht seine Genehmigung. Doch seine Tochter Polly entzieht sich der väterlichen Kontrolle: Sie heiratet Macheath, genannt Mackie Messer, den charismatischen Chef einer Bande von Straßenbanditen.

Zwischen Hochzeitsplänen, Verbrechen und Polizeikontakten gerät eine Gesellschaft aus den Fugen, in der Anstand zur Fassade und Loyalität zur Handelsware wird. Peachums Macht trifft auf Macheaths kriminelles Netzwerk, während Tiger-Brown, der Polizeichef von London, die Grenzen zwischen Gesetz und Verbrechen verschwimmen lässt.

Jazz, Tango und Jahrmarktsklang

Kurt Weills Musik verleiht dem Klassiker seinen unverwechselbaren Klang. Jazz, Tango, Jahrmarktsmusik und Anklänge an Oper und Operette verschmelzen zu einer Partitur, die zugleich eingängig, rau und gesellschaftskritisch wirkt. Die berühmte Moritat vom Mackie Messer gehört dabei zu den musikalischen Signaturen des modernen Musiktheaters.

Das Philharmonische Staatsorchester Mainz sorgt unter der musikalischen Leitung von Samuel Hogarth für den orchestralen Resonanzraum dieser Inszenierung. Die Musik kommentiert das Geschehen nicht bloß, sondern treibt die Dramaturgie an und legt die Widersprüche der Figuren schonungslos frei.

Eine Inszenierung zwischen Brecht und Gegenwart

Regisseur Jan Neumann führt Brechts Klassiker in eine Bühnenwelt, in der Vergnügen und Entlarvung eng beieinanderliegen. Cary Gaylers Bühnenbild, die Kostüme von Nini von Selzam und das Lichtdesign von Ulrich Schneider prägen die Theateratmosphäre. Die Regie setzt auf die Reibung zwischen Unterhaltung und politischer Schärfe, zwischen großer Geste und genauer Beobachtung.

Die Vorlage geht auf John Gays barocke Opernparodie The Beggar’s Opera zurück. Brecht, Elisabeth Hauptmann und Weill verwandelten diesen Stoff 1928 in ein Werk, das bis heute die Mechanismen von sozialer Abhängigkeit, öffentlicher Moral und ökonomischer Macht untersucht. Die Mainzer Inszenierung verbindet Schauspielkunst, Live-Musik und musikalisches Theater zu einem energiegeladenen Bühnenerlebnis.

Ein Abend voller Widersprüche

Das Publikum erwartet eine Aufführung von etwa zwei Stunden und 45 Minuten inklusive Pause. Zwischen scharfem Dialog, rhythmischer Musik und düsterem Humor entsteht ein Theaterabend, der unterhält und zugleich den Blick auf die gesellschaftlichen Spielregeln schärft.

Wer Die Dreigroschenoper live erlebt, begegnet einem Klassiker, der seine Sprengkraft bewahrt: eine Bühne voller Gauner, Geschäftemacher und scheinbar respektabler Bürger, deren Masken im Takt der Musik fallen. Dieses Bühnenerlebnis im Staatstheater Mainz lädt dazu ein, Brechts und Weills Meisterwerk neu zu entdecken.

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Quellen:

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