„Die Steine reden“: 100 Jahre Mainzer Denkmalfriedhof im Zeichen der Erinnerung


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„Die Steine reden“: Ein Abend des Erinnerns in Mainz
Wenn alte Grabsteine zu Zeugen jüdischer Geschichte werden, öffnet sich ein besonderer Raum für Besinnung, Wissen und gemeinschaftliches Erinnern. Der Vortrag „Die Steine reden“ lädt am 18. November 2026 in das Besuchszentrum Sali-Levi-Haus ein und widmet sich dem 100. Bestehen des Mainzer Denkmalfriedhofs.
Ein Erinnerungsort der Mainzer SchUM-Tradition
Im Jahr 1926 wurden auf dem alten jüdischen Friedhof am Judensand mittelalterliche Grabsteine wiederaufgerichtet. Die Rabbiner Dr. Siegmund Salfeld und Dr. Sali Levi schufen damit einen einzigartigen Erinnerungsort, der bis heute mit der jüdischen Geschichte von Mainz und der SchUM-Tradition verbunden ist.
Die SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz gelten als bedeutende Zentren des mittelalterlichen Judentums am Rhein. Der Judensand bewahrt mit seinen historischen Grabsteinen Zeugnisse einer über Jahrhunderte gewachsenen religiösen Gemeinschaft und jüdischen Gelehrsamkeit.
Quellen, Inschriften und Stadtgeschichte
Prof. Dr. Wolfgang Dobras beleuchtet anhand erhaltener Quellen die Entstehung des Denkmalfriedhofs und das jüdische Leben in Mainz während der 1920er Jahre. Im Mittelpunkt stehen die historischen Hintergründe der Wiederaufrichtung, die Bedeutung der Grabsteine und die Frage, wie ein Friedhof zu einem bewusst gestalteten Erinnerungsort wurde.
Die Veranstaltung verbindet historische Forschung mit einer eindrucksvollen religiösen Erfahrung. Inschriften, Steinmaterial und die stille Atmosphäre des Erinnerungsortes machen Geschichte sinnlich erfahrbar. Das Publikum erhält Einblicke in jüdische Erinnerungskultur, Epigraphik, Friedhofstraditionen und die Bedeutung des Judensands für die Mainzer Stadtgeschichte.
Ein Abend für Glauben, Erinnerung und Dialog
Der Vortrag richtet sich an historisch und kulturgeschichtlich Interessierte ebenso wie an Menschen, die sich mit jüdischer Spiritualität, religiöser Vielfalt und dem Erbe der SchUM-Gemeinden beschäftigen möchten. Die ruhige Atmosphäre des Sali-Levi-Hauses schafft Raum für konzentriertes Zuhören, Nachdenken und einen respektvollen interreligiösen Dialog.
Die Teilnahme ist offen und kostenfrei. Aufgrund eingeschränkter Parkmöglichkeiten wird die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen.
Fazit: Geschichte live erleben
„Die Steine reden“ eröffnet einen eindringlichen Zugang zu 100 Jahren Mainzer Denkmalfriedhof und zu den langen Linien jüdischen Lebens am Rhein. Besucherinnen und Besucher erwartet ein fundierter Vortrag über Grabsteine, Quellen, SchUM-Tradition und Erinnerungskultur. Wer Mainz, jüdische Geschichte und religiöse Gemeinschaft aus einer neuen Perspektive erleben möchte, findet an diesem Abend einen wertvollen Ort des Gedenkens und der Begegnung.










