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Leipzig hält Tür bei Gruda offen

RB Leipzig stoppt Abschied von Gruda – bleibt er doch?

RB Leipzig hat vor dem letzten Bundesliga-Heimspiel gegen den FC St. Pauli kurzfristig die Abschiedsplanung angepasst. Während Xaver Schlager und Kosta Nedeljković rund um den Anpfiff verabschiedet werden sollen, fällt eine ursprünglich vorgesehene Verabschiedung von Brajan Gruda aus. Das wirkt wie ein bewusst gesetztes Signal: Die Zukunft des Offensivspielers ist über den Sommer hinaus offenbar noch nicht abschließend geklärt.

Planänderung vor dem Heimspiel

Zum Saisonabschluss im eigenen Stadion plant RB Leipzig mehrere Programmpunkte: Unter anderem soll die Aufstiegsmannschaft von 2016 anlässlich des zehnjährigen Jubiläums geehrt werden. Daneben waren Verabschiedungen aus dem aktuellen Kader vorgesehen.

Nach dem aktuellen Stand sollen Schlager und Nedeljković jeweils einen Blumenstrauß erhalten. Bei Gruda dagegen kam es zu einer Kehrtwende: Der 21-Jährige wird nicht verabschiedet. Nach Informationen der BILD fiel diese Entscheidung kurzfristig – und erst nach längeren Gesprächen, die es unter der Woche gegeben haben soll.

Gruda bleibt ein offenes Thema für den Sommer

Dass Leipzig bei einem Leihspieler auf eine Verabschiedung verzichtet, ist im Profifußball selten Zufall. Üblicherweise werden Leihen zum Saisonende öffentlich „geschlossen“, wenn sportlich und wirtschaftlich keine Fortsetzung vorgesehen ist. Die Leipziger Entscheidung, Gruda nicht in diesen Rahmen zu stellen, passt eher zu einem Szenario, in dem beide Seiten – Klub und Spieler – die Tür bewusst offenlassen.

Kompliziert ist die Lage vor allem wegen der vertraglichen Ausgangslage: Gruda steht bei Brighton & Hove Albion bis 2028 unter Vertrag. Eine dauerhafte Lösung hängt damit nicht nur von Leipzigs sportlichem Wunsch ab, sondern vor allem von der Einigung mit dem Premier-League-Klub – und von der finanziellen Konstruktion.

Nach Informationen der BILD soll Brighton für einen festen Transfer eine Ablöse von 30 Millionen Euro ansetzen. Für Leipzig wäre das eine relevante Investition, die nicht nur sportlich, sondern auch im Kader- und Budgetkontext abgewogen werden müsste: Ein hoher Fixbetrag bindet Mittel, die an anderer Stelle fehlen können, und erhöht den Erwartungsdruck an unmittelbare Leistung.

Entsprechend naheliegend sind Modelle, die Risiko und Planungssicherheit zwischen den Klubs austarieren:

  • Eine erneute Leihe würde Leipzig kurzfristig helfen, ohne sofort eine große Summe zu zahlen – Brighton hätte aber weniger Verbindlichkeit.
  • Eine Leihe mit Kaufoption wäre für RB die flexible Variante, weil der Klub die endgültige Entscheidung in die Zukunft verschieben könnte.
  • Eine Kaufpflicht würde dagegen eher Brightons Interesse bedienen, früh Klarheit über einen späteren Verkauf zu bekommen – für Leipzig wäre sie nur dann attraktiv, wenn sportliche Kriterien oder Einsatzschwellen realistisch erreichbar und die Konditionen tragfähig sind.

Ole Werner hebt Grudas Wert klar hervor

Dass Leipzig Gruda sportlich hoch einschätzt, hat Trainer Ole Werner zuletzt deutlich formuliert. Über den Offensivspieler sagte er: „Er war für uns eine absolute Verstärkung und ist es nach wie vor. Es hat sich für beide Seiten gelohnt.“

Auch mit Blick auf den Sommer blieb Werner zwar vorsichtig, setzte aber einen klar positiven Rahmen: „Was im Sommer passiert, das wird man sehen. Aber, dass wir hier alle sehr gerne mit ihm zusammenarbeiten, dass er auch gerne hier ist und wir einen Fußball spielen, in dem er uns helfen kann und in dem er sich auch noch weiterentwickeln kann, ist eine gute Voraussetzung.“

Gerade dieser letzte Punkt ist in der Bewertung zentral: Wenn ein Trainer öffentlich betont, dass Spielerprofil und Spielidee zusammenpassen, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass ein Klub intern an einer Fortsetzung arbeitet – selbst dann, wenn die wirtschaftlichen Bedingungen schwierig sind.

Unterm Strich gilt: Die abgesagte Verabschiedung ist noch keine Entscheidung für einen Verbleib. Sie ist aber ein Hinweis darauf, dass RB Leipzig bei Brajan Gruda nicht den Schlussstrich ziehen will – und dass die Gespräche mit Brighton nach Saisonende tatsächlich an Bedeutung gewinnen dürften.

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